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Bergbericht – So wird´s am Wochenende / 12. – 14. 1. 2018

Nachdem sich das zurückliegende extrem stürmische Wetter in dieser Woche wieder deutlich beruhigte, hat sich auch die Lawinengefahr entspannt. Wirklich guten Schnee wird man allerdings nur mit dem richtigen Timing finden.

Lawinenlage

Die Lawinengefahr war am Donnerstag morgen zweigeteilt. Während in den Bayerischen Alpen, in Vorarlberg, im Bundesland Salzburg und in weiten Teilen Tirols (nördlich des Alpenhauptkammes) maximal eine mäßige Lawinengefahr ausgegeben wurde, herrscht am Schweizer Alpenhauptkamm, in den südlichen Ötztaler und Stubaier Alpen, den Zillertaler Alpen und in ganz Südtirol eine erhebliche Lawinengefahr.
Vor allem ab 2200 m können Triebschneeansammlungen, die sich in der ersten Wochenhälfte gebildet haben, laut Tiroler Warndienst bei großer Zusatzbelastung als Lawinen ausgelöst werden. Am ehesten ist das an den Übergängen von viel zu wenig Schnee der Fall. Anzahl und Verbreitung der Gefahrenstellen nehmen dabei mit der Seehöhe zu.
In Südtirol wird hingegen ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Triebschneeansammlungen schon bei geringer Zusatzbelastung ausgelöst werden können.
Unterhalb von 2400 m ist zudem weiterhin auf Selbstauslösungen von Gleitschneelawinen zu achten. Diese Gefahr betrifft vor allem steile Grashänge.
In den kommenden Tagen, soll die Lawinengefahr weiter langsam zurückgehen.

Schneesituation

In der vergangenen Woche hat die Schneedecke vor allem am Alpenrand stark gelitten, so dass viele Berge südseitig ausgeapert sind. An nordseitigen Touren mit einigermaßen hohem Ausgangspunkt liegt aber auch am Alpenrand noch genügend Schnee. Dieser wurde allerdings bis auf ca. 2000 Meter stark durchfeuchtet und ist mittlerweile durch die wieder kalten Nächte meist knüppelhart, aber wenigstens recht griffig. Deswegen ist die Mitnahme von Harscheisen unbedingt erforderlich.
Viele Gipfelanstiege, die zu Fuß gemeistert werden müssen, weisen extreme Verhältnisse auf. So ist die Schneedecke ab ca. 1900 m oft mit einer ca. zwei Zentimeter dicken Eisschicht überzogen, die aber gut mit Skischuhen zu durchbrechen ist. Zudem sind viele Gipfelfelsen ebenfalls stark vereist, weswegen man bei anspruchsvolleren Gipfelanstiegen Pickel und Steigeisen mitnehmen sollte.
Oberhalb von ca. 2200 Metern liegt wird es weniger eisig. Dort ist der Schnee aber ebenfalls eher hart, weil meistens windverpresst.
Auf der Südseite des Alpenhauptkammes hat es zudem in den letzten Tagen viel Neuschnee gegeben. Auf 2000 m liegen in ganz Südtirol laut Warndienst „zum Teil historische Maximalwerte an Schnee, mit einer Mächtigkeit der Schneedecke die von ca. 100 bis 150 cm geht.“

Wochenendwetter

Während am Freitag Vormittag die Wolken in den Ostalpen zwischen Allgäuer und Berchtesgadener Alpen lockerer werden, verdichten sich diese weiter im Osten. Schwacher Schneefall ist hier oberhalb von 500 bis 700m möglich. Inneralpin und im Süden herrscht sonniges, windschwaches Bergwetter. Die Nullgradgrenze liegt zwischen 0 bis 1000m
Am Samstag bleibt es zwischen Karawanken und Rax dicht bewölkt bei zeitweiligem schwachen Schneefall. Auch in den Dolomiten ziehen vormittags kompakte Wolkenfelder über den Bergen. Ansonsten herrscht sonniges, windschwaches und winterlich kaltes Bergwetter. Auch am Sonntag ist es vor allem im Norden und inneralpin wolkenlos, windschwach und sonnig.
In den Westalpen gibt es am Freitag im Norden zunächst noch Hochnebel bis ca. 2000 m. In der Folge wird hier aber auch schönes Wochenendwetter erwartet. Nur am Sonntag zieht es von Südwesten bis zum Tessin hin zu.

Fazit

Das kommende Wochenende lässt vom Wetter her keine Wünsche offen, wobei die Temperaturen wieder der Jahreszeit entsprechen. Somit macht durchaus ein verlängertes Tourenwochenende Sinn.
Dabei sollte man südseitige Skitouren nördlich des Alpenhauptkamms anvisieren, da dort nur eine mäßige Lawinengefahr herrscht und auf Sonnenhängen gute Chancen bestehen, dass die harte Unterlage auffirnt. Eine empfehlenswerte Tour wäre z.B.  von Süden aus dem Navistal auf das Pfoner Kreuzjöchl. Zudem findet man vor Ort nette Übernachtungsmöglichkeiten und kann am nächsten Tag beispielsweise noch die Naviser Sonnenspitze von Süden her besteigen.